Unser Anliegen

hat weiterhin Bestand: einen Ort zu bieten für die Ergründung der Frage, worüber Autorinnen und Autoren unserer Tage schreiben, was für einer Sprache sie sich dabei bedienen, welche Form sie dem, was gesagt werden will, geben. Die Reaktion auf die erste Ausgabe war uns Zeichen, dass wir mit diesem Interesse nicht allein sind. Es wurde viel über die Texte gesprochen; die verschiedenartigen Themen und Ausdrucksformen haben ihren Widerhall gefunden in den ebenso verschiedenen Entgegnungen. Dies ist ganz im Sinne einer Herausgeberschaft, die den Wunsch hegt, ein Spektrum an unterschiedlichen Texten und Textformen zugänglich zu machen, die für die ein oder andere Leserin, für den ein oder anderen Leser, von Belang sein mögen. Mit der zweiten Ausgabe möchten wir diesem Anliegen erneut gerecht werden. Manch ein Text kommt fröhlich bis rotzig daher, ein anderer trägt schwer, manche Texte sind politisch, manche leicht — gemeinsam ist ihnen eins: Sie werden getragen von einer Intensität, die sich nicht messen lässt; jeder trifft die Leserinnen und Leser in anderer Schwingung, so die Erfahrung der Redaktion. Wir verbleiben in der Hoffnung, dass auch nach Veröffentlichung jeder der Texte seine Leserin und jeder Leser dieser Ausgabe auf seinen Text trifft.

Die Herausgeber

November 2018

Unser Anliegen: Literarische Texte

in ihnen angemessenem Satz und Druck zugänglich zu machen. Nicht mehr soll der Abriss sein als ein Ort, an dem Schreibende und Lesende aufeinandertreffen, nicht weniger als das. Der Zeitschrift steht deshalb weder Thema voran, noch verbindet die Texte notwendig ein formales oder ästhetisches Gemeinsames. Auf diese Weise entsteht ein Raum, der mit möglichst geringem perspektivischem Filter eine Antwort auf die Frage sucht, welche Themen gegenwärtig Schreibende in ihren Texten erkunden und welchen Ästhetiken sie dabei folgen oder auch nicht.
Und doch ergibt das physische Nebeneinander der einzelnen Texte ein Ganzes. Ein Ganzes, dessen Teile manchmal gemeinsame Kräfte entwickeln, manchmal in entgegengesetzte Richtungen streben: Es ziehen Jäger und Gejagte, Kinder und Alte, Liebende und Reisende, Schreibende und Lesende, Schaffende und Vernichtende, aus in die Fiktion – und wieder zurück, wobei die Grenzen nicht sauber zu ziehen sind.
­­­­­­­– dieses Ganze nennen wir den Abriss. Dankbar und gespannt blicken wir auf die faszinierenden Lesemomente, intensiven Begegnungen, angeregten Diskussionen und Auseinandersetzungen mit Mensch und Text, die hinter und vor uns liegen. Zum Ende dieser Ausgabe bleibt uns der Wunsch, Ihnen und Euch genauso viel mit ihr gegeben zu haben wie uns.

Christopher Henning | Christiane Schröter
April 2018